Die Emilia-Romagna ist das kulinarische Epizentrum Italiens. Wo weltberühmte Delikatessen auf visionäre Winzer treffen, entstehen heute anspruchsvolle Schaumweine und charakterstarke Rotweine fernab früherer Massenproduktion.

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Im Überblick

Weinregion Emilia Romagna

Emilia Romagna

Emilia-Romagna: Zwischen Genuss-Kult und Schaumwein-Kunst

Keine andere Region Italiens verbindet Lebenslust, Automobil-Legenden und Kulinarik so untrennbar wie die Emilia-Romagna. Als Heimat von Parmaschinken, Balsamico und Parmesan ist sie das unbestrittene »Bauchfutter« des Landes – und liefert dazu Weine, die heute qualitativ in einer völlig neuen Liga spielen.

Zwei Welten, eine Leidenschaft

Auf einer beeindruckenden Rebfläche von rund 58.000 Hektar erstreckt sich ein WeinbauMosaik, das geografisch und stilistisch in zwei Akte unterteilt ist. Im Westen, in der Emilia, liegt ganz klar der Fokus. Es dominieren die fruchtbaren Ebenen der Po-Ebene und die sanft ansteigenden Hügel des Apennin. Und genau hier schlägt das Herz des Lambrusco. Doch vergessen Sie alles, was Sie über die klebrig-süße Massenware der 1970er Jahre zu wissen glaubten.

Denn die Region erlebt seit geraumer Zeit eine radikale Rückbesinnung auf handwerkliche Präzision. Engagierte Spitzenbetriebe wie Cantina della Volta zeigen mit ihrer »Metodo Classico« (traditionelle Flaschengärung), dass Lambrusco zu den elegantesten Schaumweinen Italiens gehören kann – mit einer filigranen Perlage und einer Frische, die selbst anspruchsvolle Champagner-Liebhaber ins Staunen versetzen kann. Auch Rinaldini beweist eindrucksvoll, wie man aus uralten, fast vergessenen Klonen und Schätzen wie der Lambrusco-GrasparossaTraube charakterstarke, tiefgründige Weine keltert, die mit ihrer feinherben Struktur perfekt zur herzhaften lokalen Küche passen.

Die Pilgertour der Feinschmecker

Entlang der historischen »Via Emilia« reihen sich kulinarische Hotspots wie Parma, Modena und Bologna aneinander. In diesem Landstrich wird Wein niemals ohne die passende Begleitung gedacht . Die lebendige, fast schneidende Säure eines trockenen Lambrusco di Sorbara ist das önologische Skalpell, das perfekt durch die Fettstruktur eines gereiften Parmigiano Reggiano schneidet. Während in den Ebenen die Frische regiert, liefern die höher gelegenen Weingärten strukturierte Sangioveses, die ideale Partner für die berühmte Bolognese oder den zarten Parmaschinken sind. Die Emilia-Romagna hat sich neu erfunden: Weg von der Quantität der Po-Ebene, hin zu einem modernen Handwerk, das Herkunft und Trinkfluss mit höchster Präzision feiert.