Pinot Blanc Sekt Brut Nature 2021

Schäfer Fröhlich: Pinot Blanc Sekt Brut Nature 2021

VDP

Zum Winzer

96+
100
2
Weißburgunder 100%
5
weiß, trocken
Flaschengärung
Perlend
12,0% Vol.
Trinkreife: 2024–2037
Verpackt in: 6er
3
Lobenberg: 96+/100
6
Deutschland, Nahe
7
Allergene: Sulfite, Abfüllerinformation
lobenberg

Heiner Lobenberg über:
Pinot Blanc Sekt Brut Nature 2021

96+
/100

Lobenberg: Alte Reben reiner Weißburgunder bei Tim Fröhlich, das geht sonst in den 'R'. Die Fertigung erfolgt wie bei einem Weißburgunder. Spontan vergoren. Im Holz ausgebaut, und erst dann an Volker Raumland geliefert. Dort im Champagnerverfahren versektet. 18 Monate in der Flasche auf der Hefe. Nase und Mund sowas von extrem typisch Weißburgunder, wie ich selten einen Weißburgunder typischer hatte. Vielleicht unterstützt die Kohlensäure diesen Eindruck nochmal. Eine total salzige Mineralität auf der Zunge. Nur weiße Frucht. Weißer Pfirsich, weiße, cremige Birne. Aber in dieser totalen Reintönigkeit des Weißburgunders. Mit dieser Dichte dieses Weins, dieser unglaublichen Länge. Diese Weine aus dem Weinberg für den Weißburgunder R, also des besten Weißburgunders des Hauses. Wird etwas eher geerntet, um die Säure zu halten. Keine Phenolik. Langsam über 10 Stunden gepresst, spontan im Holz vergoren und im Holz auf der Vollhefe ausgebaut. Das Phänomenalste an diesem Champagner/Sekt ist diese unglaubliche Länge und der Nachhall. Für Minuten auf der Zunge verbleibend, und dabei gleichzeitig so unglaublich charmant. Für mich gibt es gar nicht so viele deutsche Sekte, die in dieser Klasse spielen. Ich bin schwer begeistert. Superber Stoff, auch wenn er 30 Euro kosten wird ist er jeden Cent wert, weil er so archetypisch und einzigartig in dieser Extremausprägung der Stilistik ist. 96+/100

Jahrgangsbericht

Mit den letzten Jahrgängen im Hinterkopf antizipierten die Winzer wie gewohnt einen eher trocken-warmen Witterungsverlauf. Doch 2021 machte recht schnell klar: nicht mit mir! Austrieb und Blüte waren bereits von ungewöhnlich nordisch-rauem Wetter begleitet und im Vergleich zu den Vorjahren »relativ spät« – im langjährigen Mittel also quasi normal. Die meisten deutschen Weinberge blieben von Frost verschont. Die recht harsche Witterung sorgte jedoch nahezu überall für Ertragseinbußen durch die windige, verregnete und dadurch unregelmäßige Blütephase. Der darauffolgende Sommer brachte zunächst keineswegs die Wende. Dramatisch konzentrierte Sommerniederschläge setzten der vorherigen Trilogie der heiß-trockenen Jahre ein jähes Ende und machten den Pflanzenschutz 2021 zu einer Sisyphusarbeit. Die Topwinzer haben 2021 Marathondistanzen in den Weinbergen abgeleistet, um der Situation Herr zu werden. Durch den zusätzlich hohen Personaleinsatz ist es in der Produktion für viele eines der teuersten Jahre aller Zeiten. Ein Glück, dass der Riesling als adaptierte Nord-Rebe stoisch in Wind und Wetter steht wie ein Islandpferd. Denn im Grunde wurde im Herbst immer klarer: Wenn man im Sommer richtig Gas gegeben hat, konnte das noch ein unglaublich starker Jahrgang werden – und so kam es dann auch. Nach diesem echten Cool-Climate-Sommer, der bis Ende August anhielt, retteten der September und ein Goldener Oktober den Weinjahrgang dann fast im Alleingang. Ein stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa sorgt für dieses seit Jahrhunderten bekannte Phänomen. Die Sonnenscheindauer ist gegen Oktober mit noch immer über 10 Stunden sehr hoch, dafür ist die Tag-Nacht-Amplitude schon viel ausgeprägter als noch im August. Da die Nächte länger werden, kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Das sorgt für eine langsame Ausreifung bei langer Hangzeit am Stock und trotzdem stabil bleibenden Säuren. Gerade der Riesling liebt das besonders, aber auch die Burgundersorten brillieren mit kühler Frische. Denn 2021 ist ein so spannendes, krachendes und zugleich kristallines Weißwein-Jahr, wie wir es lange nicht mehr hatten. Wer keine Angst vor berauschender Frische hat und sich gerne von hoher Spannung aus der Kurve tragen lässt, der wird mit 2021 seine größte Freude haben. Alle anderen sollten sich besser an die gar nicht so unähnlich gebauten, aber etwas freundlicheren 2020er halten.

Mein Winzer

Schäfer Fröhlich

Seit 1800 betreiben Fröhlichs Weinbau an der Nahe. Tim Fröhlich bewirtschaftet zusammen mit seiner Familie das 16 Hektar große Weingut. Die Lagen mit ihren unterschiedlichen Gesteinsböden bilden das Fundament für unverwechselbare, authentische Rieslinge.

Pinot Blanc Sekt Brut Nature 2021