Lobenberg: Winzer Dominique Gruhier ist eine magische Entdeckung, weil er auf seiner Domaine, die ein uralte Klosteranlage ist, das schafft, was es heute im Burgund leider viel zu selten gibt: feine, leckere, verspielte, handwerkliche Weine zu einem wirklich fairen Preis. Die Weine sind handwerklich auf höchstem Niveau, keinerlei Schönung, keine Filtration, alles spontan vergoren, minimalster Schwefeleinsatz. Sehr pur, so natürlich wie möglich. Das ist der Stil, den Gruhier sucht. Pure, saftige, leckere Frucht, so nah an der Weintraube wie es eben geht. Epineuil ist diese spannende Appellation östlich von Chablis, das Terroir ist sehr ähnlich. Leicht hügelig, karge Kimmeridge-Kalkböden, immer ein hoher Oszillograph, viel Spannung und dennoch früher zugänglich als die Côte d’Or. 100 Prozent Pinot Noir, zu 80 Prozent entrappt. Im Edelstahl vergoren mit 20 Prozent Ganztrauben, für ungefähr drei Wochen auf den Schalen. Ausbau in überwiegend gebrauchtem Holz. Die Nase holt einen direkt ab, saftige Waldbeeren, sehr viel Orangenschale und Orangenblüten in 2023, auch etwas Grapefruit. Die Exotik dieses Jahrgangs ist berauschend, selbst direkt nach der Abfüllung sooo duftig und aromatisch. Schießt aus dem Glas mit einer irren Energie. Im Mund dann aber ganz fein und mit köstlicher Balance und Finesse. Ein in der Grundauslegung zarter Wein des burgundischen Nordens, der dann im Mund mit seiner wunderbaren Energie noch einen draufsetzt. Diese Säure aus der samtigen Himbeere und Sauerkirsche ist famos, der Stoff zischt. Feine, kreidige Struktur, leicht erdige Würze, aber die strahlende Frucht und die Finesse bleiben federführend. Ein feinfruchtiger, nordisch-saftiger Pinot Noir zum Verlieben.